Vom Immobilienmarkt zum Wohnen

11.01.2021, Stuttgart

Er lohnt sich, er lohnt sich nicht, er lohnt sich – die Rede ist vom Immobilienkauf. Was zutrifft, lässt sich pauschal schon deshalb nicht sagen, weil es unterschiedliche Motive für den Erwerb gibt. So sind für Selbstnutzer mitunter andere Dinge wichtig als für Kapitalanleger.

TIPP: Für Kapitalanleger gilt nach wie vor: Immobilien im Umland der Metropolen haben immer noch Potenzial.

Ebenso lassen sich in B-Städten wie Lüneburg, Fürth, Bamberg oder Pforzheim noch immer nennenswerte Renditen erzielen. Und: In den Top-7 Städten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) sind die Preise zwar sehr hoch, dafür aber auch die Risiken sehr gering, gerade in den mittleren Lagen.

Die Einschätzung einiger Experten, dass sich der Kauf für Eigennutzer in immer weniger Städten lohne, teilen wir nicht, schließlich ist die eigene Immobilie eine bewährte Form der Altersvorsorge, die vor steigenden Mieten schützt.

Gelten etwa die Häuser in Luxemburg als mit großem Abstand überbewertet, liegt Deutschland laut Finanzstabilitätsbericht im Mittelfeld.

Die EZB äußert die Sorge, dass Immobilien im Euroraum zu hoch bewertet seien und in Folge der Corona-Pandemie langfristig einbrechen könnten. Beim genauen Hinsehen zeigen sich jedoch große Unterschiede innerhalb Europas. Die Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch beurteilt die Situation für Immobilienbesitzer in Deutschland im europäischen Vergleich als relativ gut, weil die Privathaushalte hierzulande nicht zu hoch verschuldet seien. Die Daten bestätigen, dass die Menschen bei der Finanzierung Wert auf Sicherheit legen.

Von den Immobilienmärkten in Deutschland und Europa zum Wohnen - der Berliner Architekt Gustav Düsing beschreibt seine Idee von flexiblen, luftigen Räumen.

In London wird wiederum an einer sogenannten Pop-up-Schule gearbeitet, an der unkompliziert unterrichtet werden kann, falls Klassen geteilt werden müssen. In den USA gab es zudem einen internationalen Design-Preis für eine Hütte, die in normalen Zeiten als Spielplatz für Kinder oder als Büro dient, und die bei Bedarf umgehend in einen autarken Quarantänebereich umgewandelt werden kann. Diese und viele weitere Ideen zeigen unserer Auffassung nach, wie grundlegend die Pandemie unser Leben, Arbeiten und Wohnen bereits verändert hat – und wohl auf lange Sicht noch verändern wird

„Fortnightism“ in der Architektur: So könnte das Zeitalter der Quarantäne unsere Wohnungen verändern - aus der Sendung vom Mi, 9.12.2020 18:40 Uhr, SWR2 Kultur aktuell, SWR2 (Link)