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Badsanierung - ein Praxisbeispiel

18.12.2020, Stuttgart

Jeder Eigenheimbesitzer weiß, dass früher oder später der Zeitpunkt für Renovierungen, Sanierungen oder Modernisierungen an der Immobilie gekommen ist. Einen Platz ganz oben auf der Liste der sanierungsanfälligen Bereiche dürfte neben der Küche das Badezimmer einnehmen. Doch wie läuft eine Badsanierung eigentlich ab und noch viel wichtiger - was muss alles bedacht werden?

Anhand eines Praxisbeispiels möchten wir Ihnen zeigen, wie ein Badezimmer aus den 80er-Jahren umfassend modernisiert und altersgerecht umgestaltet wurde.

Die Ausgangssituation: Warum eine Badsanierung?
Zu klein, renovierungsbedürftig, nicht altersgerecht oder einfach nicht mehr zeitgemäß - Gründe für eine Badsanierung gibt es viele – so auch bei Familie Sch. aus unserem Praxisbeispiel, die für uns Ihre Badsanierung dokumentiert hat.

Unser Bad wurde 1985 renoviert. Nach 35 Jahren und Benutzung von täglich 6 Personen war eine Modernisierung unseres Bades überfällig. Außerdem war zu befürchten, dass ein kleiner Wasserschaden auf uns zukommt.

Eigentlich wollten wir dieses Projekt schon seit Jahren in Angriff nehmen, aber die Planung hat einfach ihre Zeit gebraucht. Außerdem mussten wir uns erstmal über unsere Wünsche klar werden.

Im alten Bad hatten wir ein Waschbecken, eine Badewanne und eine Dusche. Da wir die Badewanne, seit die Kinder erwachsen sind, nahezu nicht mehr genutzt hatten, war uns klar, dass wir lieber eine weitere Toilette und eine begehbare, große Dusche anstelle der Badewanne haben wollten.

TIPP: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und überlegen Sie im ersten Schritt welche Veränderungen Sie erzielen möchten. Lassen Sie hier auch mögliche Szenarien mit einfließen, die eventuell erst einigen Jahren zum Thema werden könnten. Sie planen in den nächsten Jahren Nachwuchs? Dann sollte man vorab vielleicht an eine Badewanne oder einen Ort zum Wickeln denken. Oder wie in unserem Beispiel an altersgeschuldeten Situationen wie eine eben begehbare Dusche. Eine Sanierung sollte für einen möglichst langen Zeitraum bedacht werden.

Die alte Dusche war eng und hatte eine erhöhte Duschwanne mit glattem Acrylboden. Wenn Duschschaum auf den Boden tropfte, bestand Rutschgefahr – nicht sehr altersgerecht! Da wir uns eine barrierefreie Umgestaltung des Bades wünschten, stand von Anfang an fest, dass ins neue Bad eine bodenebene Dusche eingebaut werden sollte.
Kurz haben wir diskutiert, ob wir ein Doppelwaschbecken haben wollten, allerdings wurde uns dann klar, dass wir zu unterschiedlichen Zeiten das Haus verlassen, sodass wir nie zu zweit im Bad sein werden.
Wir entschieden uns für eine „Badsanierung aus einer Hand".
Die komplette Abwicklung der Sanierung - von der Angebotserstellung über die Koordination der verschiedenen Gewerke und Handwerker bis zur Abnahme - wurde dabei von einem Anbieter geplant, koordiniert und umgesetzt. Der Ansprechpartner blieb über die gesamte Bauzeit derselbe.

TIPP: In vielen Fällen ist eine Badsanierung aus einer Hand sinnvoll, da unterschiedliche Gewerke aus einer Hand koordiniert werden.

Im ersten Schritt wurde das Badezimmer genau vermessen und ein Grundriss des alten Bades erstellt, um den Ist-Zustand zu ermitteln.


Die Planungsphase zog sich über mehrere Wochen. Badentwürfe wurden erstellt, Alternativen überlegt, Sanitärmöbel auf dem Papier hin- und hergeschoben, neue Ideen entwickelt. Schließlich stand der Entwurf.

TIPP: „Gehen Sie in engen Austausch damit Ihre Wünsche und Bedürfnisse auch wirklich berücksichtigt werden. Auch wenn sich die Planungsphase verlängert ist nichts wichtiger als dass das für Sie bestmögliche Ergebnis am Ende steht.

Der komplette Badumbau dauerte rund zwei Monate. Im ersten Bauabschnitt wurden die Fliesen abgeklopft und entsorgt, alte Rohre wurden durch neue Rohre und Leitungen ersetzt.

Als es zum Bodenaufbau kam, erlebten wir den größten Schrecken:

Durch einen minimalen Wasserschaden waren tragende Balken feucht, teilweise porös und verfault

Deshalb mussten 2 neue Balken eingesetzt werden:


Was natürlich Zeitverzögerungen mit sich brachte und unser Budget empfindlich getroffen hat.

TIPP: Planen Sie immer ein kleines finanzielles Polster bei Sanierungen ein falls ungeahnte Probleme auftreten. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob zusätzliche Kosten wirklich nötig sind, scheuen Sie sich nicht davor eine Zweitmeinung einzuholen.

Als der Boden wiederaufgebaut war wurde eine Trennwand zwischen Dusche und WC hochgezogen und die Vorinstallation fürs WC gebaut.

Anschließend wurden die Wände neu verputzt.


Dann ging es an die Sanitärinstallation. Für eine bodenebene Dusche fehlte zunächst das nötige Gefälle, weshalb eine keilförmige Ablaufwanne eingebaut wurde

TIPP: Wände verputzen o.ä. sind Dinge die auch viele „Hobby-Handwerker“ gerne machen um Kosten zu sparen.

Bei größeren Investitionen lohnt sich der Gang zum Fachmann. Schon aus Gewährleistungsgründen ist von Eigenleistungen abzuraten.
Die Decke wurde abgehängt und mit integrierten Strahlern versehen.
Dann begann endlich der Feinschliff durch den Fliesenleger und Maler.


Statt des alten Heizkörpers sorgen nun eine Fußbodenheizung, sowie ein moderner Badheizkörper für angenehme Temperaturen.

TIPP: eine elektrische Fußbodenheizung kann im Altbau auch nachträglich eingebaut werden. Durch die Programmierung von sinnvollen Zeitfenstern, kann diese sehr sparsam eingesetzt werden.

Wir haben uns für eine bodenebene Dusche mit einer Regenkopfbrause entschieden, das Highlight daran ist die Walk-in-Dusche ohne Tür. Somit ist der Duschbereich viel geräumiger, barrierefreier und pflegeleichter. Die Glasscheibe auf der Abtrennmauer hat einen Lotuseffekt, sodass sich kaum Kalkablagerungen bilden können.

TIPP: Ein Badezimmer ist immer sehr pflegeintensiv. Bedenken Sie bei Ihrer Planung, dass es mittlerweile einige Optionen gibt, die weniger Pflege benötigen wie z.B. der Lotus-Effekt gegen Kalkablagerungen, sowohl auf Glas als auch auf Waschbecken, WC und Armaturen.

Dass wir beim kompletten Badumbau einen festen Ansprechpartner hatten und nicht alles selbst organisieren mussten, hat uns jede Menge Stress erspart.

Die Bauzeit war natürlich schon etwas nervig, weil wir das Bad gar nicht benutzen konnten. Unser Gäste-WC reichte zwar zum Zähneputzen, aber zum Duschen mussten wir zu unseren Kindern, die mit uns im Haus wohnen, ausweichen.

TIPP: Bedenken Sie, dass für den Zeitraum der Sanierung das Badezimmer meist nicht zur Verfügung steht. Kümmern Sie sich um Ausweichmöglichkeiten, schauen sie nach den Öffnungszeiten der öffentlichen Bäder, Planen Sie anstehenden Besuch zu einem anderen Zeitraum und prüfen Sie vorab, ob Ihr Bad nur zum Teil oder vollständig unbenutzbar sein wird.

Wir sind aber sehr froh, dass wir den Umbau durchgezogen haben, denn es hat alles reibungslos geklappt und alle unsere Wünsche wurden erfüllt.

Übrigens haben wir mit dem KfW-Förderprogramm 159 ("Altersgerecht umbauen") bei unserer Sanierung einen schönen Zuschuss erhalten.

TIPP: Eine Übersicht der KfW-Förderprogramme finden Sie auf unserer Homepage unter www.tgm-immobilienfinanzierung.de


Checkliste

• Planen Sie einen ausreichenden Zeitpuffer für die Sanierung ein
• Im besten Fall Sanierung aus einer Hand
• Ihre Wünsche und Vorstellungen klar definieren
• Evtl. unvorhersehbare Mehrkosten nicht aus den Augen verlieren
• Mögliche Eigenleistungen vorher abstimmen
• Bedenken, welche Möglichkeiten zum Wohlfühlbad auch im Altbau machbar sind
• Gegebenenfalls lieber etwas höhere Anschaffungskosten in Kauf nehmen und sich später über die Annehmlichkeiten (Lotus-Effekt) freuen
• Ausweichmöglichkeiten während der Umbauphase rechtzeitig abklären, bzw. suchen